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DGB-Chef Hoffmann bekräftigt Forderung nach höherem Rentenniveau

Wenn nötig Beitragserhöhung und Anhebung von Steuerzuschuss ab 2025 verlangt

DGB-Chef Reiner Hoffmann pocht darauf, das Rentenniveau wieder auf 50 Prozent anzuheben. Zur Finanzierung sollten wenn nötig ab 2025 die Beiträge erhöht und der staatliche Zuschuss für die gesetzliche Rentenversicherung angehoben werden, sagte Hoffmann im SWR-"Interview der Woche". Forderungen nach einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters erteilte Hoffmann eine Absage. Das sei "die falsche Antwort".

Die gesetzliche Rentenversicherung müsse vielmehr stabilisiert werden, forderte Hoffmann. "Das fängt an damit, dass wir das Rentenniveau nicht weiter absinken lassen." Gerade junge Menschen müssten die Sicherheit haben, dass sie im Alter eine auskömmliche Rente haben. Ansonsten bestehe die Gefahr der "Delegitimation unserer sozialen Sicherungssysteme".

Hintergrund sind die Beratungen in der Rentenkommission der Bundesregierung über die langfristige Sicherung der Renten und ihrer Finanzierung für die Zeit nach 2025. Bis dahin gilt die Festlegung, dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinken und die Beiträge nicht über 20 Prozent steigen sollen. Derzeit beträgt der Beitragssatz 18,6 Prozent. Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis zwischen der Rentenhöhe nach 45 Beitragsjahren und einem Durchschnittsverdienst. Die Rentenkommission soll im März ihre Empfehlungen vorlegen.

Korrekturen forderte Hoffmann auch in der Steuerpolitik. Dort gebe es "jede Menge Ungerechtigkeiten", sagte er dem SWR. So würden mittlere und kleine Einkommen zu hoch besteuert. Dafür wolle er, "dass wir mit dem Unfug aufhören (?), dass Kapital nur mit 25 Prozent besteuert wird". 

Zudem sprach sich Hoffmann dafür aus, die Vermögensteuer wieder einzuführen und Erbschaften höher zu besteuern. Es müsse eine Politik gemacht werden, die "Lasten fair, gerecht verteilt und nicht einseitig auf dem Rücken von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ablädt." Der DGB-Chef verwies dabei auch auf Belastungen für Arbeitnehmer in Verbindung mit dem Klimapaket der Bundesregierung.