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Studie: Deutschland verliert für Familienunternehmen an Attraktivität

Andere Länder haben Unternehmenssteuern gesenkt

Zu hohe Steuern, zu wenig Geld für Bildung: Deutschland ist einem neuen Ländervergleich zufolge für Familienunternehmen so unattraktiv wie noch nie. "Deutschland hat im internationalen Vergleich insgesamt erheblich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, auch wenn das noch durch die gute Konjunkturlage verdeckt wird", erklärte am Montag der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Rainer Kirchdörfer. Im Ranking von 21 OECD-Staaten kommt Deutschland auf Platz 16.

Das sei der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung 2006, erklärte die Stiftung. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erstellt die Studie alle zwei Jahre im Auftrag der Stiftung. An der Tabellenspitze des Rankings steht die Schweiz, gefolgt von Großbritannien und den USA. Allerdings sind weder die US-Steuerreform noch der Brexit in der Studie berücksichtigt.

Deutschland hat demnach vor allem in der Steuerpolitik verloren, weil eine Reihe von Ländern in den vergangenen Jahren die Unternehmenssteuern gesenkt haben. Auch die Erbschaftsteuerreform, die für Familienunternehmen besonders bedeutsam ist, führe zu "erheblichen Erschwernissen". 

Die Arbeitskosten in Deutschland sind demnach vergleichsweise hoch, die Staatsausgaben für Bildung zu niedrig. Bei den Strompreisen fiel Deutschland in der Studie auf den vorletzten Platz zurück. Die digitale Infrastruktur sei nur durchschnittlich. Hervorragend sind der Studie zufolge hingegen die Finanzierungsbedingungen. 

Die Stiftung Familienunternehmen forderte, die Steuerbelastung für Unternehmen zu senken und die Internetverbindung in ländlichen Regionen auszubauen. Der Stiftung zufolge sind 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland Familienunternehmen, sie beschäftigen 60 Prozent aller Arbeitnehmer.