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Wirtschaftsrat der CDU attackiert EKD-Chef wegen Aussagen zu Steuern

"Amt für politische Botschaften missbraucht"

Der Wirtschaftsrat der CDU attackiert den Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wegen seiner Forderung nach höheren Steuern für Reiche. "Da wird von Ihnen in schwerster Zeit - wieder einmal - Ihr wichtiges Amt statt zur Ermutigung für politische Botschaften missbraucht", zitierte das Portal "Focus Online" am Dienstag aus einem Brief der Wirtschaftsratspräsidentin Astrid Hamker an Bedford-Strohm.

Hamker betont demnach in dem Schreiben, über Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag trügen die höheren Einkommen ohnehin eine im internationalen Vergleich hohe Last. "Nachdem Sie die Vermögensbesteuerung nicht ausschließen wollen, nur das dazu: Mit einer solchen Steuer würde der Staat Unternehmen ihre Substanz entziehen, die sie gerade für Krisensituationen brauchen."

Zugleich wirft Hamker dem Kirchenmann demnach Unkenntnis vor: "Ein bisschen mehr wirtschaftliches Wissen über unser Land erwarte ich auch von führenden Kirchenvertretern", schrieb sie dem Bericht zufolge. "Ein Armutszeugnis, Herr Bischof!"

Bedford-Strohm hatte zuvor einen größeren finanziellen Beitrag der Besserverdienenden zur Bewältigung der Corona-Krise gefordert. Nach der Krise werde es "um die Solidarität aller gehen" und besonders um die Solidarität der materiell Bessergestellten, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag. Er selbst sei "ohne jedes Zögern" bereit, höhere Steuern zu zahlen.

"Man darf sich keine Illusionen machen, wenn die Krise vorüber ist, wird es eine riesige Solidaritätsanstrengung brauchen, und ich hoffe, dass wir alle dazu bereit sind", sagte Bedford-Strohm. "Besonders die, denen es finanziell gut geht."