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Wirtschaftsexperte Schmidt fordert Abschaffung der Pendlerpauschale

Ökonomisch und ökologisch nicht zielführend

Der Wirtschaftswissenschaftler Christoph Schmidt hat die vollständige Abschaffung der Entfernungspauschale für Pendler gefordert. Diese sei weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll, sagte der Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag. Er kritisierte daher, dass die Bundesregierung die Pauschale ab 2021 sogar noch erhöhen will.

"Die Pendlerpauschale führt zur Zersiedlung der Landschaft. Sie belohnt Menschen dafür, dass sie freiwillig mitunter sehr weit entfernt von ihrem Arbeitsort leben", sagte Schmidt. Ihre Erhöhung als sozialer Ausgleich für Mehrbelastungen durch das Klimapaket der Regierung sei daher "der falsche Weg" und auch "klimapolitisch das falsche Signal".

Schmidt, der auch Chef des Forschungsinstitutes RWI ist, hält zwar den Gedanken des sozialen Ausgleichs für Mehrbelastungen beim Klimaschutz durchaus für richtig, empfahl aber, dies anders zu organisieren. "Das macht man besser über eine Klimadividende oder eine Absenkung der EEG-Umlage", sagte er der "Rheinischen Post". Letzteres ist nun auf Druck vor allem der Grünen teilweise auch geplant, aber nur in Verbindung mit einer noch stärkeren Erhöhung der Pendlerpauschale.

Hintergrund ist die Einführung eines CO2-Preises für die Sektoren Verkehr und Gebäude. Dieser soll 2021 zunächst 25 Euro pro Tonne betragen und dann bis 2025 auf 55 Euro ansteigen. Zum Ausgleich soll die Pendlerpauschale ab dem 21. Entfernungskilometer von 2021 bis 2023 um fünf Cent höher ausfallen, von 2024 bis 2026 dann um acht Cent. 

Zudem wird ab 2021 die EEG-Umlage abgesenkt, um Verbraucher beim Strompreis zu entlasten. Gegen die höhere Pendlerpauschale gibt es auch deswegen Kritik, weil dies Bezieher höherer Einkommen stärker entlastet als Geringverdiener.