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Umwelt-NGO: Französische Flugticket-Steuer bleibt hinter deutscher Abgabe zurück

Deutsche Luftverkehrsteuer seit 2011 in Kraft

Frankreich hat eine neue "Ökosteuer" auf Flugtickets angekündigt - doch diese bleibt hinter der deutschen Luftverkehrsteuer zurück, wie eine Umwelt-Organisation in Brüssel kritisiert. Der Luftfahrtexperte Andrew Murphy von der Organisation Transport & Environment sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP, die ab 2020 geplante französische Abgabe solle dem Staat rund 180 Millionen Euro im Jahr einbringen, während die seit 2011 geltende deutsche Luftverkehrsteuer rund eine Milliarde Euro jährlich einspiele.

Die Bezeichnung "Ökosteuer" für die französische Abgabe sei fragwürdig, sagte Murphy weiter. Zwar sei es begrüßenswert, dass die Regierung die Steuer ab 2020 für Investitionen in umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn nutzen wolle. Der Steuersatz sei aber "ziemlich niedrig", betonte er. Eine Steuer von 1,50 Euro für einen Inlandsflug bis 18 Euro für ein Langstrecken-Businessticket werde vermutlich "niemanden vom Fliegen abhalten". 

Murphy verwies darauf, dass deutsche Inlandsflüge und solche in EU-Staaten und einige Länder Nordafrikas bereits seit Jahren mit acht Euro pro Ticket besteuert werden. Für andere Strecken von bis zu 6000 Kilometer werden 25 Euro fällig, ab 6000 Kilometer sogar 45 Euro.

In der EU besteuern derzeit nach Angaben des Experten fünf Länder Flugtickets, darunter auch Italien und Schweden. Die größten Steuererlöse werden demnach in Großbritannien mit rund drei Milliarden Pfund (rund 3,3 Milliarden Euro) jährlich erzielt.

Transport & Environment ist eine Brüsseler Umwelt- und Lobbyorganisation. Sie fordert unter anderem eine EU-weite Kerosinsteuer.